Arbeiten mit Kindern zu Hause

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Meine Lieblingstipps aus dem Alltag mit meinen 4 Räuberkindern

Manche Sachen kann man mit Kindern-zu-Hause machen und manche nicht. 
Das stelle ich jetzt mal einfach so in den Raum - und ich weiß, einige wollen es nicht hören.
Und ich sage ja gar nicht, dass das für alle stimmen muss.
Ich sage bloß, dass es für MICH stimmt.

Meine Kinder sind mittlerweile: 6, 9, 12 und 16 Jahre alt. Als sie kleiner waren, gab es Tage, da war "Wäsche waschen" einen Orden wert.
Mittlerweile schaffe ich den meisten Haushaltskram um mein Kinderchaos drumherum - aber die Buchhaltung oder den Widerspruch für die Kindergeldkasse? Keine Chance. 

Ich denke, wir haben jeder unsere eigene Schmerzgrenze, was wir mit unseren ganz eigenen kreativen, freien und wunderbaren Räuberkindern auf die Reihe bekommen.  Und was nicht.

Hier kommen jetzt meine Tipps und Strategien.
Sie funktionieren bei mir - vielleicht ist es auch für dich einen Versuch wert sie auszuprobieren?

1. Eine Sache am Tag
Wenn die ToDo-Liste lang genug ist, dass man zu einer Tapetenrolle wechseln möchte und vor lauter “Dringend!!!!” keinen klaren Gedanken mehr fassen kann - dann hilft mir diese Strategie.
Manchmal sind das größere Aufgaben, wie “Monatsbuchführung” aber in den meisten Fällen kleinere, wie “Bankbelege einlesen”, “kontieren”, “Badezimmer-Menschen anrufen, weil etwas mit der Spülung nicht stimmt”, “Catering-Anbieter für Schwiegermutters 70. raussuchen”, “Menü für Schwiegermutters 70. planen” usw.
Meist kann ich mit 30-Minuten-Aufgaben arbeiten, wenn deine Kinder noch sehr klein sind oder noch sehr verunsichert, weil alles neu ist, probiere es mit 10-Minuten-Aufgaben
Also EINE Aufgabe - alles andere ist Bonus und verdient eigentlich einen Orden.

2. Betreuung (sehr weit ausgelegt)
Wenn etwas fertig werden muss, z.B. das Antwortschreiben an die Kindergeldkasse, dann ist der nächste logische Schritt: eine Betreuung finden. 
Völlig egal ob Großeltern, Freundin, das Nachbarskind  - man würde fast jeden nehmen, aber eine Betreuungsperson finden, ist gerade so wahrscheinlich wie Einhörner streicheln...
Ich hatte keine Großeltern in der Nähe und habe dann über die Jahre mal gesammelt, was noch so unter Betreuung im allerweitesten Sinn fällt:

  • Kinofilm zu Hause an machen mit Popcorn (oder nur Fernsehen)
  • meine Tochter ist stundenlang mit einem Zeichentablet und dem Affinity Design-Program beschäftigt
  • Badewanne mit Malseife etc. und das Chaos später wegmachen
    (Ich habe dann mit dem Laptop im Flur gesessen und bei offener Tür freien Blick auf die Badewanne gehabt.)
  • Schüsseln mit Matsch auf der Terasse (Funktioniert auch in der Küche - die kurze Pause war aber das lange Putzen nicht wert ;) )
  • Seifenblasen
  • Höhlen bauen (also jede Menge Decken und Taschenlampen und KIssen bereit legen)

Generell nehme ich Chaos in Kauf, wenn ich dafür glücklich-beschäftigte Kinder habe und etwas in Ruhe fertig machen kann. 
Fernsehzeiten habe ich auch immer versucht “vorsichtig” einzusetzen und so abzupassen, dass ich dann etwas fertig machen kann, was keine Störungen verträgt.

3. Perfektionismus runterschrauben
Mein Perfektionismus oder auch mein Bedürfnis, etwas "richtig" machen zu wollen - verlängert manchmal auf das Gemeinste meine ToDo-Liste. 
Also Vereinfachen:
​​​​​​Beim Öffnen der Briefpost und Überfliegen mache ich gleich Klebezettel darauf mit Notiz, was damit geschehen soll.
Oder wenn ich das Schreiben des Finanzamtes nur fix an die Kindergeldkasse faxen will - tut es auch eine handgschriebene Notiz (statt einem Computer-Anschreiben), die ich entweder gleich auf das Schreiben notiere oder zusätzlich faxe.
Hilfe annehmen, gehört manchmal auch dazu:
Meine beiden Kleinen haben als ich beim Wäsche falten war und vom Telefon unterbrochen wurde, die Wäsche fertig gefaltet. Sie waren damals 3 und 5 Jahre alt und  waren sooo stolz auf ihr Werk. Ich hab meinen Perfektionismus runter geschluckt und mich herzlich bedankt. 

4. Qualitätszeit
Ich binde meine Kinder in den Haushalt ein. Ja, das dauert länger. Die Kinder sind aber auch beschäftigt und Wäsche waschen können z.B. ist eine praktische Fähigkeit.
Vielfach läuft es bei uns so: Wir machen zusammen die Waschmaschine an (Kinder holen die Wäsche und helfen beim sortieren, befüllen und einschalten) und danach spielen wir eine Runde Uno.
Das geht nach hinten los, wenn man nach dem gemeinsamen Tisch aufräumen, Monopoly vereinbart - weiß ich aus eigener Erfahrung. (Es sei denn, du spielst gerne Monopoly - in dem Fall lass die Kinder den Tisch aufräumen, während du das Spiel aufbaust.)

5. Vergeben und gut für dich sorgen
Ich hab regelmässig voll verplante Tage und dann ist ein Kind krank oder irgendwas anderes schmeißt meine Pläne über den Haufen. Ich weiß nicht, wie das mit dir ist - aber ich habe früher immer versucht alles TROTZDEM zu schaffen. Und bin ausgebrannt. 
Und meine Familie war erheblich schlechter dran, als ich monatelang nur bei maximal halber Kraft gelaufen bin. 
Und ich WETTE, deiner Familie würde es genauso ergehen. 
Also ist Ausbrennen keine Option. 
Das heißt, dass du gut auf dich aufpassen musst. Und ich auf mich. 
“Sorge gut für dich” ist bei mir Tagesfokus, wenn der Tag schon morgens meint, sich nicht an meine Pläne halten zu müssen. 
Und ich vergebe mir, wenn ich meine Aufgaben nicht schaffe oder meine Pläne nicht klappen. Und plane neu. Und bringe die fiesen kleinen Stimmen im Hinterkopf, die einem dann eine Geschichte von “Nicht-gut-genug” und “du-strengst-dich-nicht-genug-an” erzählen, damit zum schweigen.
Total hilfreich finde ich das Buch von Brene Brown “Die Gaben der Unvollkommenheit”. 
https://amzn.to/2x0auK0

6. Bloß-NIchts-Vergessen
Egal, was ich mache, ich hab immer etwas neben mir liegen, wo ich aufschreiben kann, was mir gerade “siedend heiß” einfällt.
Ein Beispiel: Ich habe eine halbe Stunde Zeit, die Buchführung zu machen, während "Drachenreiter von Berg" laufen. 
Ich habe den PC an und versuche mich zu fokussieren und dann “Oh, Mist - ich muss den Kinderarzt-Termin verlegen”, “Hast du den Brief an die Krankenkasse abgeschickt oder (wiedermal) nur fertig gemacht und dann in der Tasche vergssen?”, "wo sind die Inline-Skates hin gekommen?"…. usw usf.
Das ist die meiste Zeit nicht mal wirklich nützliches Zeug - es belegt nur Konzentrations-Zeit.
Kaum ist Ruhe um mich rum, wird mein Kopf laut - dabei habe ich nur diese kurze halbe Stunde.
Dann schreibe ich es eben auf, wenn es mir einfällt und befasse mich dann wieder mit meiner Aufgabe. 
Dann ist "der dringende Gedanke" aufbewahrt und hält mich nicht mehr von der Arbeit ab.
Ich nutze dafür meine Denk-Kullern - die sind einfach schön!
Es funktioniert aber auch ein normaler Zettel.  
Seine dringenden Gedanken haben aber auch eine schöne Aufbewahrung  verdient, deshalb findest du am Ende des Posts die Denkkullern als PDF zum Download. 

Was funktioniert bei dir gut? Was gar nicht? Schreib mir gerne eine E-Mail an ronja@raeuberkinder.net

Alles Liebe. Ronja

 

PS: Hier gibt es die Räuberkinder-Denkkullern als PDF.

PPS: Falls du jetzt wissen wolltest, was mit meinem Krankenkassenschreiben war: ich hatte es abgeschickt ;).


 

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