Unsere Erfahrungen mit Freilernen in Dänemark

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Freilernen und Homeschooling bzw. Hjemmeundervisning - Auswandern nach Dänemark

Ich wurde jetzt öfter gefragt, wie meine Erfahrungen mit Freilernen und Homeschooling in Dänemark sind… Und ich berichte gerne davon.
Allerdings ist das hier ein Erfahrungsbericht und keine rechtssichere Auskunft. Okay? Wenn du rechtliche Infos möchtest, findest du am Ende des Posts den Link zum 
Foreningen Fri Læring, die haben das Juristische toll erklärt..
 

Wenn du in Dänemark dein Kind Zuhause unterrichten möchtest, stellst du einen Antrag bei der für dich zuständigen „Kommune“ (Gemeinde). Dabei ist es egal, ob dein Kind eine Schule besucht oder ihr euch von Anfang an für Bildung-ohne-Schule entscheidet.
Man kann die gesamte Grundschulzeit zu Hause lernen. In Dänemark geht die Grundschule 10 Jahre, von der 0. bis zur 9. Klasse.
Vor oder innerhalb der 9. Klasse bekommt man einen Brief mit der Möglichkeit, das Kind zum Abschlußtest nach der 9. Klasse anzumelden. Nach meinem bisherigen Verständnis entspricht das der Mittleren Reife und der Qualifikation für das Gymnasium.
Unsere zuständige Sachbearbeiterin von der Kommune hat uns erzählt, dass sie Kinder im HU (Hjemmeundervisning) hat, die zur 9. Klasse auf eine Schule wechseln, um sich auf den Test vorzubereiten, dass sie Kinder dabei hat, die sich (mit Erfolg) alleine darauf vorbereiten und Kinder, die den Test nicht ablegen und z.B. in eine Ausbildung gehen. OHNE diesen Test kann man nicht das Gymnasium besuchen und eine Uni-Zulassung bekommen. Aber der Test an sich ist nicht verpflichtend.

 

Für den HU-Antrag kam die Bearbeiterin zu uns nach Hause:  zum Kennen-lernen und um mir mit den dänischen Formularen zu helfen. Ich habe für jedes Kind eine DinA4-Seite mit Geburtstag, Name etc. ausgefüllt und angekreuzt, das wir „hjemmeundervisning“ wählen.
Hjemmeundervisning heißt wörtlich übersetzt „Heim-Unterweisung“. Zum Glück muss man gar nicht „unterweisen“, sondern Lernmöglichkeiten bereit stellen. Dazu gleich mehr.

 

Die Dame, die zu uns kam, war auch gleichzeitig zuständig für unsere „Tilsyn“, das sind die Überprüfungen. In der Kommune, in der wir leben, machen sie sehr viele Überprüfungen und anfangs kam die Dame alle zwei Monate und dieses Jahr (2020) haben wir „nur“ 3 Termine. Das handhabt jede Gemeinde anders.
Laut Gesetz dürfen sie nur einmal im Jahr „überprüfen“.

Nach Auskunft vom Fri Læring Foreningen (dänischer Freilern-Verein) darf die Gemeinde nur prüfen, ob es den Kindern gut geht und ob sie die Möglichkeit haben etwas zu lernen.

Unsere Tilsyn-Dame macht auch inhaltliche Überprüfungen. Das ist für mich okay, weil meine Kinder daran Spaß haben. Sie begegnet ihnen auf Augenhöhe, sehr wertschätzend und interessiert. Sie fragt die Kinder, was sie gern machen und lässt sich Sachen zeigen und hört zu und stellt offene Fragen, die den Kinder eine Bühne zum Stolz-sein geben.

Durch eine dänische Freundin, bei der die Tilsyn sehr Wissensstand-überprüfend liefen, weiß ich jetzt, dass die Kommune laut Gesetzt nur ein Recht darauf hat, mit der Mutter, als Lernbegleiterin des Kindes, zu sprechen. Aber wie gesagt, meine Kinder mögen unsere Tilsyn-Dame und freuen sich auf sie.

 

Ich hatte anfangs- klar aus meinen Erfahrungen aus Deutschland geprägt- die Sorge, dass man uns das Hjemmeundervisning wieder „weg nehmen“ kann. Das ist zum Beispiel in Österreich möglich, wenn man die Lehrplan-Vorgaben nicht schafft.
Laut Gesetzt gibt es diese Möglichkeit auch in Dänemark. Und ich war besorgt, da unsere Fortschritte in der dänischen Sprachen schleichend langsam sind.

Zu diesem Punkt bekam ich jetzt die Auskunft, dass zu keinem Zeitpunkt ein „Stand“ bewertet werden darf, es muss (im Fall, dass handfeste Zweifel vorliegen) ein Bemühen nachgewiesen werden können. Ähnlich wie bei Schulen, ein Angebot muss da sein, einen Lernerfolg kann man nicht garantieren.

Dementsprechend entspannt laufen seitdem unsere Tilsyn.

 

Selbstbestimmtes Lernen ist hier möglich und wir genießen es!

Hier im Umfeld hat sich eine tolle Gruppe gefunden mit HU-Müttern und Kindern von 2-14 Jahren und dem Angebot, sich 2-mal die Woche zu treffen. Wir haben Angebote, wie z.B. neulich Kürbis-schnitzen oder unsere Halloween-Party, und ich geniesse sehr den Austausch mit den anderen Müttern und den Umgang der Kinder miteinander.

 

Wenn du noch Fragen hast, schreib mir gerne ronja@raeuberkinder.net


Alles Liebe. Ronja

 

PS:

Mehr über HU in Dänemark erfährst du auf der Webseite vom Foreningen Fri Læring, dem dänischen Freilern-Verein:

 

 

 



 

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